So sein lassen – oder was können wir kontrollieren?

Da sind Blattläuse auf Ihrer Lieblingspflanze im Garten? Das darf ja wohl nicht wahr sein! Gleich gegoogelt, was nun als Bestes zu tun sei, und dann mit der Schmierseifenlösung in der Sprühflasche raus, um den Läusen den Garaus zu machen.

Kennen Sie das? Wir Menschen denken, wir hätten alles unter Kontrolle und könnten die Ereignisse um uns herum steuern oder regulieren. Sogar bei solch ganz natürlichen Vorgängen mischen wir uns ein: mit Schmierseife oder heftigen Pflanzenschutzmitteln. Dabei reguliert sich vieles in der Natur ganz von selbst. Vermutlich hat schon am nächsten Morgen die Blaumeise die Läuse gefressen oder der Marienkäfer. Die Pflanze berappelt sich wieder, ihre Abwehrkräfte wurden sogar durch den Befall gestärkt – so wie bei uns nach einem Schnupfen. Und das alles ganz ohne Schmierseife.

Im Laufe unseres Lebens lernen wir nach und nach, dass wir die meisten Geschehnisse um uns herum nicht beeinflussen können oder unter Kontrolle haben – schon gar nicht die Natur! Wenn wir versuchen, das zu akzeptieren, können wir uns im „so sein lassen“ üben. Vielleicht machen wir dann die Erfahrung, dass es guttut, manchen Dingen einfach ihren Lauf zu lassen. Auch der Laus. Das Gras wächst, der Vogel fliegt, die Sonne geht wieder auf – das meiste auf diesem Planeten geschieht ohne unser Zutun.

Bildnachweis: Adobe Stock #1999299613 von photoplotnikov

Gute Laune auf dem Friedhof?

Um es vorwegzunehmen: Bessere Laune muss kein lautes Lachen bedeuten – manchmal aber ein kleines Schmunzeln oder ein warmherziges „Ach, das ist ja schön“. Solche Gedanken sind eine Wohltat, die Hinterbliebene am Grab an einen unvergesslichen Menschen liebevoll zurückdenken lassen.

Gerade das Erwachen des Frühlings bietet Anlass für solche Gefühle. Ein Grab frisch mit Omas oder Papas Lieblingsblumen zu bepflanzen, ist ein Liebesbeweis, der auch den Angehörigen helfen kann, mit ihrer Trauer umzugehen.

Nach den grauen Wintermonaten sind Farbtupfer im eigenen Garten genauso wie auf dem Grab eines lieben Menschen ein lang ersehnter Lichtblick. Möglichkeiten für eine frühlingshafte Bepflanzung gibt es viele, und sie lassen sich von Jahr zu Jahr neu auswählen.

Primeln und Hornveilchen sind in vielen Varianten bei den Gartencentern und Friedhofsgärtnereien verfügbar: zarte Pastelltöne, auffällige Kontraste oder Farbverläufe, gerüschte oder dicht gefüllte Blüten – für jeden Gestaltungsstil finden sich passende Pflanzen.

Auch Bellis und Ranunkeln verleihen der Grabstätte gemeinsam mit Tausendschön, Vergissmeinnicht, Hyazinthen, Tulpen und Narzissen ein sonnigeres Gesicht. Dabei kann auch die Platzierung zum Gestaltungselement werden – vielleicht als buntes Band zwischen Grabstein, Einfassung und Bodendeckern. Pflanzen können sich als elegantes Ton-in-Ton-Ensemble präsentieren oder die letzte Ruhestätte mit farblich kontrastierenden Ornamenten schmücken.

Für ein Grab, das zum Besuch einlädt, benötigen Angehörige nicht einmal den sprichwörtlichen „grünen Daumen“. Friedhofsgärtner und -gärtnerinnen beraten kompetent und übernehmen auf Wunsch sowohl die saisonal wechselnde Neubepflanzung als auch die dauerhafte Grabpflege.

Foto: Adobe Stock #754455648 von Studio AB Images