„Ganz schön kalt!“ - Grabpflege im Winter

Es geht nicht anders: Wir schlagen den Kragen hoch, ziehen die Mütze tief ins Gesicht und tragen unter unserer Jacke den dicksten Pullover, den unser Schrank hergibt. Wieder einmal kommt die strengste Kälte des Winters erst Wochen nach dem Jahreswechsel. Das macht den Menschen im Alltag zu schaffen – aber nicht nur ihnen. Die pflanzlichen und tierischen Bewohner der Grünflächen leiden ebenfalls unter dem Frost. Dazu zählen auch die Friedhöfe. Wer ein Grab zu pflegen hat, sollte jetzt einmal nach dem Rechten schauen.

Was viele nicht wissen: Nicht der Frost allein ist das größte Problem, sondern die Kombination aus Sonne, Wind und gefrorenem Boden. Während die Blätter weiterhin Feuchtigkeit verdunsten, können die Wurzeln kein Wasser aufnehmen – die Pflanze verdurstet im Eis. Dieses sogenannte „Frosttrocknen“ zeigt sich erst Wochen später durch braune Blätter oder vertrocknete Triebspitzen.

Wer ein Grab mit Immergrün pflegt, kann mit wenigen, achtsamen Handgriffen viel bewirken. Besonders wichtig ist der Schutz des Wurzelbereichs. Eine lockere Schicht aus Tannenzweigen, Laub oder Rindenmulch wirkt wie eine wärmende Decke und mildert extreme Temperaturschwankungen. Wer die Grabfläche nicht bereits im Herbst für den Winter vorbereitet hat, sollte diese Maßnahme jetzt nachholen.

An frostfreien Tagen lohnt sich sogar ein vorsichtiges Gießen. Das fühlt sich ungewohnt an, hilft aber gegen Trockenschäden. Wichtig ist nur, dass der Boden tatsächlich aufgetaut ist, damit das Wasser versickern kann.

Winterpflege am Grab ist mehr als reine Gartenarbeit. Sie ist eine stille Form der Fürsorge – für die Pflanzen und für den Ort der Erinnerung. Wer hinschaut und rechtzeitig schützt, sorgt dafür, dass das Grün auch im Frühjahr noch Trost und Leben ausstrahlt.

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Nichts für Feiglinge?

Manchmal, wenn man mit alten Menschen spricht, wird einem bewusst, wie tapfer sie sind. Wie fühlt sich das an, wenn man weiß, dass das Leben nicht mehr lange dauern wird? Wenn „nicht mehr viel geht“, körperliche Einschränkungen und Schmerzen ständige Begleiter sind, wenn der Radius immer kleiner wird und wenn man weiß, dass keine Besserung mehr zu erwarten ist – wie lebt es sich damit?

„Altwerden ist nichts für Feiglinge“ – so lautet der Titel eines Buches von Joachim Fuchsberger, in dem er von seinen Erfahrungen mit dem Älterwerden erzählte. Wenn die Blüte des Lebens langsam dahinwelkt, dann wird es irgendwann Zeit, sich mit dem Unvermeidbaren auseinander zu setzen, so formulierte er es sinngemäß.

Das Unvermeidbare ist, zu altern, schwächer zu werden und schließlich zu sterben.
Das steht uns allen bevor. Mit diesem Bewusstsein Frieden zu schließen und nicht zu hadern, nicht zu jammern, das scheint die große Kunst zu sein. Viele Menschen beschäftigen sich am Ende des Lebens mit der Frage, ob sie rückblickend „ja“ sagen und mit allem einverstanden sind. Ob sie alle Chancen genutzt haben, vielleicht irgendetwas unerfüllt blieb und schmerzlich fehlt.

In dieser Phase kann es hilfreich sein, Resümee zu ziehen und wichtige Erkenntnisse aus dem Leben aufzuschreiben. Welche Erfahrungen man weitergeben möchte, was einen im Leben am meisten glücklich gemacht hat, welche Entscheidungen richtig oder falsch waren. Sich das von der Seele zu schreiben, kann sehr entlastend wirken und gleichzeitig zu dem wohl wichtigsten Vermächtnis für die Hinterbliebenen werden.

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