Die Zeit des Rückzugs
Wenn die Blätter sich verfärben und schließlich fallen. Wenn der Wind auffrischt und „alles Alte“ kraftvoll wegpustet. Wenn die Eichhörnchen noch eilig ihre Vorräte für den Winter aufstocken.
Wenn die Kraniche am Himmel Formationen bilden und laut kreischend in den Süden fliegen.
Der Herbst ist die Zeit des Rückzugs. Die Natur hat in der Sommersonne Kraft getankt und zieht sich gut genährt zurück. Auch wir Menschen spüren, dass es nun gemütlicher werden darf. Der Tee schmeckt besser, die Bettdecke wird dicker, die Abende zu Hause werden wieder länger.
Es ist eine Zeit des Innehaltens und Resümierens. Was haben wir bisher in diesem Jahr gemacht? Was war uns besonders wichtig? Haben wir etwas Gutes getan ¬– ob für bestimmte Menschen, für die Allgemeinheit, für den Frieden oder für ein soziales Projekt?
Welche Begegnungen waren für uns nachhaltig beeindruckend? Welchen Menschen möchten wir uns in Zukunft mehr zuwenden, weil sie uns guttun – und mit wem war der Kontakt weniger wohltuend?
Es geht um die Fragestellung, ob unsere Gedanken und Handlungen mit unseren Werten übereinstimmen. Denn im Herbst sollten wir uns im Einklang mit uns selbst fühlen. Ebenso wie die Natur: gestärkt von warmen Sonnenstrahlen und gut genährt von dem, was wir erlebt haben.
Bildnachweis: Adobe Stock #321413024 von nataba